Samstag, 3. Oktober 2015

Frau Holle – das Making of

In der großen Auslage vom ehemaligen Bettwaren-Geschäft in der Reindorfgasse Nummer 12 ist ein großes eingeschneites Märchendorf zu bewundern.  Die Märchenmacher_innen die diese Herkules-Arbeit in Kleinarbeit gestemmt haben, erzählen über ihre Ideen, ihre Motivation mitzumachen und der Zusammenarbeit.

Dutzende Details, leuchtende Laternen, brennende Öfen und bewegende Elemente machen diese Märcheninstallation zu einem Blickfang wo Jung und Alt lange verweilen möchte und jedes Mal etwas neues entdecken kann.


Angela Slama: Frau Holle war eine wunderschöne Aufgabe und Herausforderung!

„Unsere Gruppe arbeitete von Anfang an gemeinsam an dem Projekt und jede_r von uns hatte die Möglichkeit, ihre bzw. seine Ideen einzubringen und umzusetzen. Großartig fand ich die Zusammenarbeit mit dem Frau Holle-Team, die Kreativität jeder einzelnen und nicht zuletzt die Verlässlichkeit von allen, ohne die wir es wohl nicht so weit gebracht hätten!

Skizze Frau Holle
Die erste Skizze für die Installation lässt schon ganz klar die Ideen für die Einteilung des Märchen erkennen.

Angela: Mein Ziel war es, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und etwas zu erschaffen, bei dem es sehr viel zu entdecken gibt. Und wir haben es geschafft!
„Von kleinen Papierblumen über wunderbare Märchenhäuser, der Taverne im Dorf, in der Aladdins Wunderlampe ihren Platz gefunden hat, der Spinne auf der Kredenz bei Pechmarie, dem häßlichen Entlein, Rapunzels Zopf, hübschen winzigen Pölsterchen und Tischdecken, traumhaft schönen Puppen und der großen Frau Holle bis hin zum Froschkönig, der sich einfach frech auf den kleinen Dorfbrunnen setzte – all das und vieles mehr ist in der Frau Holle Installation versteckt und lädt die Betrachter_innen ein, genau hinzusehen, zu staunen und zu träumen.“



Gudrun Blumenschein über die Zusammenarbeit:

„Ich fand es auch toll wieder neue Leute kennenzulernen, das gesellige Beisammensein in der Kreativwerkstatt Mitunterbunter von Katharina Morawitzky während der Aufbauphase und die gemeinsamen Essen bei Angela während der Gestaltungsphase.



Die Vielseitigkeit, die in der Gruppe zusammengekommen ist … Judith mit ihren Filzsachen, Thorsten mit der Technik … und wir Basteltanten!



Ich denke jeder von uns ist auch in Kontakt mit ganz neuen Materialien gekommen, mit denen er vorher nie gearbeitet hat.“




Angela sagt über die Arbeit mit kleinem Budget:

„Besonders spannend fand ich die ständigen neuen Ideen und Herausforderungen. Dazu gehörte: wie (und woraus) basteln wir mit einfachen Mitteln zwei Puppenbetten, Backöfen, Kredenzen und die beiden großen Häuser, wie machen wir Blumen, Puppen, Bäume, Tellerchen, Laternen, das Dorf und die dazugehörende Kirche – um nur einiges zu nennen.



Da wir möglichst sparsam mit unserem Budget umgingen, haben wir von Anfang an alles gesammelt, was nützlich sein könnte. Es war erstaunlich zu erleben, wie kreativ man wird, wenn man wenig Geld zur Verfügung hat. Wir nutzten nahezu alles, was wir in die Finger bekamen (Thorsten bekam von mir nicht selten zu hören: Nein, nicht wegwerfen!!!)

Mit der Zeit sah ich in einem leeren Eierkarton nicht mehr Müll sondern Bäumchen, Straßenlaternen, Steine für den Hausbau oder Blumentöpfchen, eine leere Kücherolle wurde zur Mühle, ein alter Waschlappen zum Dach und vieles mehr.




Birgit Ullman: Es gab eine gemeinsame Vision!

„Was mir gut gefallen hat, war dass wir zu Beginn eine gemeinsame Vision erarbeitet haben, bei der sich jede einbringen konnte. Danach haben wir keine Zeit verloren und uns gleich an die Umsetzung gemacht. Dabei habe ich viele neue Sachen ausprobieren können, wie zB das Filzen. Zudem fand ich es großartig, dass wir aufgrund des geringen Budgets wirklich kreativ wurden und alles selbst machten und uns selbst überlegt haben, wie man etwas umsetzt.“



Angela: Die viele Arbeit hat sich gelohnt!

„Bei der Eröffnung saß ich lange Zeit vor der Auslage und beobachtete die Reaktionen des Publikums. Und wir haben es geschafft! Nicht nur die Kinderaugen leuchteten, auch den Erwachsenen haben wir so manches Lächeln aufs Gesicht gezaubert!

Ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr wieder stattfindet und ich die Möglichkeit haben werde, mitzumachen.

Danke an alle für die großartige Arbeit und den unermüdlichen Einsatz!“

© Bilder: Angela Slama, Judith S, Lars van Roosendaal

Das Frau Holle-Team:

Angela Slama, Judith S., Birgit Ullmann, Gudrun Blumenschein

Technik: Thorsten Rüben